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🚲 Der Helm schützt den Kopf – aber wer schützt uns vor Rücksichtslosigkeit?

Ich muss heute mal über etwas schreiben, das mich tatsächlich schon länger beschäftigt – und ehrlich gesagt auch ziemlich ärgert.

Angefangen hat es für mich in Berlin. Dort hatte ich immer wieder Situationen mit Fahrradfahrern, bei denen ich mich irgendwann ernsthaft gefragt habe:

Wovor schützt euch eigentlich euer Helm? Vor einem Unfall – oder manchmal vielleicht auch ein bisschen vor euch selbst?

Bevor jetzt jemand empört vom Fahrradsattel fällt: Nein, ich habe überhaupt nichts gegen Fahrradhelme. Im Gegenteil. Natürlich ist es vernünftig, seinen Kopf zu schützen. Und selbstverständlich verhalten sich nicht alle Fahrradfahrer gleich!!!

Aber mir ist über die Jahre etwas aufgefallen, das ich inzwischen fast schon paradox finde.

Ausgerechnet manche der Radfahrer, die bei ihrer eigenen Sicherheit besonders konsequent erscheinen – Helm auf, teilweise Warnweste, professionelle Fahrradausrüstung und alles, was dazugehört – fahren gleichzeitig durch den Straßenverkehr, als wären sie dort allein unterwegs.

-Keine Hand beim Abbiegen.

-Kein Blick nach links oder rechts.

-Keine erkennbare Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern.

Und manchmal offenbar die feste Überzeugung:

Ich bin Fahrradfahrer. Ich habe Vorfahrt. Immer. Überall. Irgendwie….

Dabei funktioniert Straßenverkehr nicht so.

Und vor allem funktioniert Zusammenleben nicht so.

Von Berlin bis Usedom

Lange dachte ich, das sei vielleicht einfach ein Berliner Phänomen. Wer dort regelmäßig unterwegs ist, kennt schließlich den täglichen Kampf zwischen Autos, Fahrrädern, Fußgängern, Lieferdiensten, E-Scootern und allen anderen, die irgendwie gleichzeitig von A nach B wollen.

Doch inzwischen lebe ich auf Usedom – und siehe da:

Auch hier begegnet mir dieses Verhalten.

Natürlich ist der Verkehr ein anderer. Aber auch hier habe ich inzwischen mehrfach erlebt, dass Fahrradfahrer einfach fahren und sich die Vorfahrt nehmen, ohne überhaupt wahrnehmbar zu prüfen, ob sie diese tatsächlich haben.

Und genau an diesem Punkt hört für mich der Spaß auf.

Ein Fahrrad ist vielleicht kleiner und leichter als ein Auto. Das bedeutet aber nicht, dass sein Fahrer keine Verantwortung trägt.

Ein Zusammenstoß kann für einen Fußgänger gefährlich sein. Ein Autofahrer kann durch ein plötzlich auftauchendes Fahrrad zu einem Ausweichmanöver gezwungen werden. Andere Fahrradfahrer können stürzen.

Verantwortung im Straßenverkehr hängt nicht davon ab, wie viele Räder das eigene Fahrzeug hat.

Sicherheit beginnt nicht beim Helm

Vielleicht ist genau das der Punkt, über den wir viel häufiger sprechen sollten.

Wir kaufen Helme, Protektoren, Warnwesten, Fahrradlichter und reflektierende Kleidung. Alles sinnvoll.

Aber die wichtigste Sicherheitsausstattung können wir nicht kaufen:

Aufmerksamkeit. Rücksicht. Vorausschauendes Denken.

Ein Helm kann im entscheidenden Moment Leben retten.

Aber er ersetzt keinen Schulterblick.

Er ersetzt keine ausgestreckte Hand beim Abbiegen.

Und er ersetzt ganz sicher nicht die Bereitschaft, auch einmal auf das eigene vermeintliche Recht zu verzichten, wenn dadurch eine gefährliche Situation vermieden werden kann.

Denn was bringt es, den eigenen Kopf perfekt zu schützen, während man gleichzeitig durch Unachtsamkeit Situationen provoziert, in denen dieser Schutz überhaupt erst gebraucht wird?

Die Straße gehört uns allen !!!!

Vielleicht liegt genau darin eines unserer heutigen Probleme: Wir denken immer häufiger in Kategorien von „mein Recht“, statt in „unsere Verantwortung“

-Der Autofahrer schimpft über den Radfahrer.

-Der Radfahrer über den Autofahrer.

-Der Fußgänger über beide.

Und jeder ist überzeugt, dass grundsätzlich der andere das Problem ist.

Dabei wäre vieles erstaunlich einfach.

Ein Blick, eine Handbewegung, ein kurzes Warten, ein Dankeschön, einfach nur ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bzw Achtsamkeit, füreinander und nicht gegeneinander…

Ich sage immer, jeder sollte einen Führerschein machen müssen und zwar in allen Kategorien, jedenfalls mal ausprobieren, in einem Bus, LKW, Sprinter, Lemousine, Coupe, Kombi usw zu sitzen, damit es einem überhaupt auch mal bewusst wird, wie sich das so verhält, in der Rolle des anderen…..

Manchmal reichen wenige Sekunden gegenseitiger Rücksichtnahme, damit aus einer gefährlichen Situation überhaupt keine wird.

Und deshalb richtet sich dieser Beitrag ausdrücklich nicht gegen Fahrradfahrer und schon gar nicht gegen Fahrradhelme.

Er richtet sich gegen eine Haltung, die wir leider überall im Straßenverkehr beobachten können – (und leider nicht nur im Vekehr)

„Ich komme zuerst.“

Ob jemand dabei hinter einem Lenkrad sitzt, auf einem Motorrad fährt, auf einem Fahrrad sitzt oder zu Fuß unterwegs ist, spielt für mich keine Rolle. Manche Fußgänger zb. der Weg kann 10m breit sein und manche laufen einfach genau in der Mitte, kommst du dann von hinten und suchst den besten Weg, bewegt sich der vor dir, genau in deine Richtung, wer kennt das nicht… Überall wo es Spinte gibt, grundsätzlich kommt meistens immer einer dem der Nachbarspint gehört…. Karma ist das glaube ….

Neulich hielt dann hier auf der Insel sogar eine Radfahrerin einfach an, ich konnte noch grad so ausweichen, da scherte sie dann fast in mich rein… ich schrei aus voller Brust, gehts noch… und sie so… ich habe doch hinten keine Augen… eben, dann muss man vielleicht mal Schulterblick machen und sich angemessen verhalten…

Wer am Straßenverkehr teilnimmt, trägt Verantwortung – nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Menschen um sich herum!

Vielleicht brauchen wir deshalb manchmal weniger Diskussion darüber, wer Recht oder Vorfahrt hat, und etwas mehr Bewusstsein dafür, dass wir alle heil zu Hause ankommen möchten!!!

Denn am Ende ist der beste Schutz im Straßenverkehr nicht der teuerste Helm.

Es ist ein Mensch, der mitdenkt. 🚲❤️

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