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Über Gerechtigkeit, Freiheit, Mut und die Kunst, sich selbst treu zu bleiben

Praxis Seelenbalsam – Gedanken aus dem Leben

Manchmal braucht es ein Bild, um etwas sichtbar zu machen, das schon lange in uns schlummert.

Als ich mich selbst als weiblichen Robin Hood darstellen ließ, musste ich schmunzeln. Da stand ich plötzlich mitten im Wald, mit Pfeil und Bogen, einem grünen Umhang und meinen beiden französischen Bulldoggen an meiner Seite.

Eine Frau, die ihren eigenen Weg geht. Die sich nicht versteckt. Die bereit ist, für ihre Überzeugungen einzustehen.

Und je länger ich dieses Bild betrachtete, desto mehr wurde mir bewusst, dass Robin Hood für mich weit mehr ist als eine Figur aus einer alten Legende.

Er verkörpert etwas, das unserer heutigen Gesellschaft an vielen Stellen verloren zu gehen scheint.

Gerechtigkeit. Menschlichkeit. Mut. Freiheit. Und die Bereitschaft, nicht einfach alles hinzunehmen.

Robin Hood – ein Held oder ein Gesetzesbrecher?

Fast jeder kennt die Geschichte von Robin Hood.

Der sagenumwobene Held, der im Sherwood Forest lebte, die Reichen bestahl und den Armen gab.

Ein Gesetzesbrecher, könnte man sagen.

Ein Held, würden andere behaupten.

Doch wer entscheidet eigentlich darüber, was richtig und was falsch ist?

Ist etwas automatisch gerecht, nur weil es gesetzlich erlaubt ist?

Und ist etwas automatisch unmoralisch, nur weil es gegen bestehende Regeln verstößt?

Diese Fragen beschäftigen die Menschheit seit Jahrhunderten.

Robin Hood steht sinnbildlich für den Konflikt zwischen Recht und Gerechtigkeit.

Denn Gesetze werden von Menschen geschaffen. Und Menschen handeln nicht immer gerecht.

Manchmal dienen Regeln dem Schutz einer Gemeinschaft. Manchmal schützen sie aber auch die Interessen derjenigen, die ohnehin schon über Macht, Einfluss und Vermögen verfügen.

Robin Hood erinnert uns daran, dass wir unseren eigenen moralischen Kompass nicht verlieren dürfen.

Wenn Reichtum nichts mehr mit Menschlichkeit zu tun hat

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Erfolg häufig an Geld, Besitz und gesellschaftlichem Status gemessen wird.

Wer viel besitzt, gilt als erfolgreich.

Wer wenig besitzt, muss sich nicht selten rechtfertigen.

Dabei sagt der Kontostand eines Menschen erstaunlich wenig über seinen Charakter aus.

Ein Mensch kann Millionen besitzen und innerlich vollkommen verarmt sein.

Ein anderer besitzt vielleicht kaum mehr als das Nötigste und verfügt dennoch über einen unglaublichen Reichtum an Mitgefühl, Großzügigkeit und Lebensfreude.

Natürlich ist Geld wichtig.

Wir brauchen es, um unsere Existenz zu sichern, unabhängig zu sein und unser Leben gestalten zu können.

Auch ich möchte erfolgreich sein. Ich möchte mit meiner Arbeit gutes Geld verdienen, meine Ideen verwirklichen und mir ein schönes Leben ermöglichen.

Doch für mich stellt sich dabei eine entscheidende Frage:

Was ist mein Erfolg wert, wenn ich auf dem Weg dorthin meine Menschlichkeit verliere?

Reichtum ist nicht grundsätzlich schlecht.

Armut ist nicht automatisch tugendhaft.

Entscheidend ist, wie wir mit dem umgehen, was uns zur Verfügung steht.

Ob wir ausschließlich an uns selbst denken oder auch erkennen, dass wir Teil einer größeren Gemeinschaft sind.

Die moderne Robin Hood trägt keinen grünen Umhang

Vielleicht braucht unsere Gesellschaft heute mehr Robin Hoods als jemals zuvor.

Aber nicht unbedingt Menschen, die mit Pfeil und Bogen durch Wälder ziehen.

Sondern Menschen, die den Mut besitzen, Ungerechtigkeiten anzusprechen.

Menschen, die sich nicht kaufen lassen.

Die nicht wegsehen, wenn andere schlecht behandelt werden.

Die ihre Stimme erheben, auch wenn es unbequem wird.

Die helfen, ohne für jede gute Tat eine Gegenleistung zu erwarten.

Und die verstanden haben, dass wahre Stärke nicht darin besteht, Macht über andere auszuüben.

Wahre Stärke zeigt sich darin, wie wir mit Menschen umgehen, die weniger Macht besitzen als wir selbst.

Vielleicht ist die moderne Robin Hood eine Frau, die sich selbstständig macht, obwohl andere ihr davon abraten.

Vielleicht ist es ein Mensch, der sich gegen Ausgrenzung stellt.

Vielleicht jemand, der einen Teil seines Wohlstands nutzt, um anderen Möglichkeiten zu eröffnen.

Oder eine Person, die sich weigert, ihre Werte für Anerkennung, Geld oder gesellschaftliche Zugehörigkeit zu verkaufen.

Manchmal beginnt eine kleine Revolution bereits damit, dass wir aufhören, gegen unsere eigenen Überzeugungen zu leben.

Der Wald als Symbol der Freiheit

Was mich an der Geschichte von Robin Hood besonders fasziniert, ist sein Lebensraum.

Der Wald.

Ein Ort, der seit Jahrhunderten für Freiheit, Ursprünglichkeit und die Verbindung zur Natur steht.

Im Wald spielen gesellschaftliche Titel keine Rolle.

Dem Baum ist es gleichgültig, wie viel Geld du verdienst.

Der Wind interessiert sich nicht für deinen Beruf.

Und das Meer fragt dich nicht, ob du erfolgreich genug bist, um seine Schönheit genießen zu dürfen.

Die Natur bewertet uns nicht nach unserem gesellschaftlichen Status.

Sie erinnert uns daran, dass wir ein Teil von ihr sind.

Vielleicht fühle ich mich gerade deshalb so sehr mit dieser Vorstellung verbunden.

Mitten in der Natur zu stehen, meine Hunde an meiner Seite zu haben und für einen Moment nichts beweisen zu müssen.

Keine Erwartungen erfüllen.

Keine Rollen spielen.

Einfach sein.

Freiheit bedeutet für mich nicht, alles tun zu können, was ich möchte. Freiheit bedeutet, nicht ständig etwas tun zu müssen, was meiner Seele widerspricht.

Die weibliche Robin Hood – zwischen Stärke und Mitgefühl

Lange Zeit wurden starke Frauen häufig mit Eigenschaften verbunden, die traditionell als männlich galten.

Durchsetzungsfähigkeit.

Unabhängigkeit.

Kampfgeist.

Dominanz.

Dabei kann eine Frau unglaublich stark sein, ohne ihre Feinfühligkeit zu verlieren.

Sie darf Grenzen setzen und gleichzeitig liebevoll bleiben.

Sie darf erfolgreich sein und dennoch großzügig handeln.

Sie darf kämpfen, wenn es notwendig ist, und sich zurückziehen, wenn ihre Energie an anderer Stelle besser aufgehoben ist.

Sie darf weich sein, ohne schwach zu sein.

Und sie darf unbequem sein, ohne deshalb ein schlechter Mensch zu werden.

Für mich bedeutet weibliche Stärke nicht, ständig beweisen zu müssen, wie viel ich aushalten kann.

Sie bedeutet vielmehr, zu erkennen, wann ich meine Kraft einsetzen möchte.

Und wann nicht.

Nicht jeder Konflikt verdient einen Kampf.

Nicht jede Ungerechtigkeit lässt sich von einem einzelnen Menschen beseitigen.

Und nicht jeder Mensch, dem wir helfen möchten, ist bereit, Hilfe anzunehmen.

Auch eine Robin Hood muss lernen, ihre Pfeile nicht wahllos zu verschießen.

Denn unsere Lebensenergie ist kostbar.

Die größte Ungerechtigkeit beginnt manchmal bei uns selbst

Wir sprechen häufig darüber, wie ungerecht die Welt ist.

Über Machtmissbrauch, finanzielle Unterschiede, Egoismus und gesellschaftliche Missstände.

Doch wie gerecht behandeln wir eigentlich uns selbst?

Wie oft stellen wir unsere eigenen Bedürfnisse hinten an?

Wie oft geben wir Menschen unsere Zeit, unsere Aufmerksamkeit und unsere Liebe, obwohl wir längst spüren, dass diese Verbindung uns mehr Kraft kostet, als sie uns schenkt?

Wie oft kämpfen wir für andere, während wir uns selbst vergessen?

Gerade Menschen mit einem ausgeprägten Helferbedürfnis kennen dieses Muster.

Sie möchten retten.

Verstehen.

Heilen.

Unterstützen.

Und manchmal merken sie erst sehr spät, dass sie sich dabei selbst verloren haben.

Auch das ist eine Form von Ungerechtigkeit.

Eine, die wir uns unbewusst selbst zufügen können.

Denn Menschlichkeit bedeutet nicht Selbstaufgabe.

Großzügigkeit bedeutet nicht, sich ausnutzen zu lassen.

Und Mitgefühl bedeutet nicht, für das Glück anderer Menschen verantwortlich zu sein.

Du darfst ein großes Herz besitzen und trotzdem eine verschlossene Tür haben, wenn jemand deine Grenzen wiederholt missachtet.

Was Robin Hood mit meiner Arbeit als Heilpraktikerin zu tun hat

Auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders viel.

Ich ziehe schließlich nicht mit Pfeil und Bogen durch meine Praxis Seelenbalsam. Obwohl die Vorstellung durchaus etwas für sich hat. 😂

Doch bei genauerem Hinsehen entdecke ich einige Gemeinsamkeiten.

In meiner Arbeit begegne ich Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten.

Menschen, die viel erreicht haben.

Menschen, die gerade alles infrage stellen.

Menschen, die körperliche Schmerzen mitbringen.

Und Menschen, deren seelische Belastungen manchmal viel schwerer wiegen als alles, was von außen sichtbar ist.

Dabei interessiert mich nicht, welchen gesellschaftlichen Status jemand besitzt.

Mich interessiert der Mensch.

Seine Geschichte.

Seine Bedürfnisse.

Seine Möglichkeiten.

Und das, was ihn vielleicht schon seit Jahren daran hindert, wieder mehr mit sich selbst in Verbindung zu kommen.

Natürlich kann ich nicht jeden Menschen retten.

Das ist auch nicht meine Aufgabe.

Aber ich kann zuhören.

Ich kann begleiten.

Ich kann Wissen weitergeben.

Ich kann Möglichkeiten aufzeigen.

Und manchmal reicht bereits eine ehrliche Begegnung, damit ein Mensch wieder ein kleines Stück Vertrauen in sich selbst findet.

Vielleicht besteht meine persönliche Form von Robin Hood genau darin:

Nicht den Menschen ihren Reichtum zu nehmen, sondern ihnen dabei zu helfen, ihren eigenen inneren Reichtum wiederzuentdecken.

Nicht jeder Kampf muss mit einer Waffe geführt werden

Robin Hood hatte seinen Bogen.

Wir haben heute andere Möglichkeiten.

Unsere Worte.

Unsere Entscheidungen.

Unsere Haltung.

Unser Wissen.

Unsere Kreativität.

Und vor allem unsere Fähigkeit, selbstständig zu denken.

Wir können hinterfragen, statt alles ungeprüft zu übernehmen.

Wir können uns für Menschen einsetzen, die übersehen werden.

Wir können wirtschaftlich erfolgreich sein und trotzdem soziale Verantwortung übernehmen.

Wir können Nein sagen, wenn etwas unseren Werten widerspricht.

Und wir können uns bewusst dafür entscheiden, nicht jede gesellschaftliche Entwicklung mitzumachen.

Dabei sollten wir allerdings eines nicht vergessen:

Wer für Gerechtigkeit eintritt, muss auch bereit sein, das eigene Verhalten kritisch zu betrachten.

Denn es ist leicht, die Fehler anderer zu erkennen.

Sehr viel schwieriger ist es, die eigenen Widersprüche auszuhalten.

Wirkliche Integrität entsteht nicht dadurch, dass wir uns selbst für die Guten halten.

Sondern dadurch, dass wir versuchen, auch dann fair zu handeln, wenn es uns persönlich keinen Vorteil verschafft.

Vielleicht brauchen wir keine Helden, sondern mehr Haltung

Ich glaube nicht, dass unsere Welt durch einzelne Helden gerettet wird.

Und ich glaube auch nicht, dass wir Menschen in Gut und Böse einteilen sollten.

Dafür ist das Leben zu komplex.

Aber ich glaube daran, dass jeder Mensch Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen kann.

Dass wir bewusster entscheiden können, wem wir unsere Aufmerksamkeit schenken.

Wofür wir unsere Energie einsetzen.

Welche Werte wir leben.

Und welchen Beitrag wir zu unserem Umfeld leisten möchten.

Vielleicht verändert eine einzelne gute Tat nicht die ganze Welt.

Aber möglicherweise verändert sie die Welt eines einzelnen Menschen.

Und manchmal ist genau das der Anfang von etwas Größerem.


🏹 Mein persönliches Fazit: Die Robin Hood in mir

Wenn ich mein Bild betrachte, sehe ich keine Frau, die gegen die ganze Welt kämpfen möchte.

Ich sehe eine Frau, die ihren eigenen Weg gehen will.

Die Freiheit liebt.

Die Natur braucht.

Die Ungerechtigkeit nur schwer ertragen kann.

Die ein großes Herz besitzt, aber zunehmend versteht, dass dieses Herz auch Schutz verdient.

Eine Frau, die nicht reich werden möchte, um sich über andere zu stellen, sondern um unabhängig zu sein und ihr Leben selbst gestalten zu können.

Eine Frau, die gelernt hat, dass man nicht jeden Menschen mitnehmen kann.

Und dass manchmal gerade der Mut, seinen eigenen Weg weiterzugehen, die größte Form von Stärke ist.

Meine beiden Hunde an meiner Seite erinnern mich dabei an etwas ganz Wesentliches:

Loyalität.

Vertrauen.

Bedingungslose Zuneigung.

Sie interessieren sich nicht für meinen Kontostand, meine beruflichen Erfolge oder meine gesellschaftliche Anerkennung.

Für sie zählt, dass ich da bin.

Und vielleicht liegt darin eine der schönsten Wahrheiten des Lebens.

Am Ende zählt nicht, wie viel wir besitzen, sondern wie viel Menschlichkeit wir uns bewahrt haben.

Ich möchte nicht die Welt beherrschen.

Ich möchte auch nicht jeden Kampf gewinnen.

Ich möchte frei sein.

Ich möchte erfolgreich sein, ohne meine Werte zu verkaufen.

Ich möchte lieben können, ohne mich selbst zu verlieren.

Und ich möchte eines Tages auf mein Leben zurückblicken und sagen können:

Ich habe nicht immer alles richtig gemacht. Aber ich habe versucht, meinem Herzen treu zu bleiben.

Vielleicht steckt in jedem von uns ein kleiner Robin Hood.

Wir müssen nur herausfinden, wofür es sich wirklich lohnt, unseren Bogen zu spannen.

Und manchmal besteht der größte Mut darin, den Pfeil wieder zurückzustecken und einfach seinen eigenen Weg zu gehen.

Von Herzen
Franzi – Praxis Seelenbalsam 🌿

Es war als Kind schon es meiner Lieblingsfilme 😉

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