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Bruxismusbehandlung in Berlin Wilmersdorf

Wenn wir nachts die Zähne zusammenbeißen, obwohl wir längst schlafen, erzählt unser Körper manchmal eine Geschichte, für die am Tag keine Worte geblieben sind.

Viele Menschen kennen es: Sie wachen morgens auf und fühlen sich, als hätten sie die ganze Nacht gearbeitet. Der Kiefer ist fest, die Schläfen schmerzen, der Nacken fühlt sich verspannt an. Manche haben Kopfschmerzen, andere bemerken irgendwann empfindliche oder abgenutzte Zähne.

Dahinter kann Bruxismus stecken – das unbewusste Pressen oder Knirschen mit den Zähnen.

Und dabei geht es nicht ausschließlich um die Zähne.

Was ist Bruxismus?

Unter Bruxismus versteht man wiederholtes Anspannen der Kaumuskulatur, bei dem die Zähne aufeinandergepresst oder gegeneinander bewegt werden können. Man unterscheidet insbesondere zwischen Schlafbruxismus und Wachbruxismus.

Beim Wachbruxismus bemerken Betroffene beispielsweise, dass sie in konzentrierten, angespannten oder stressigen Situationen den Kiefer festhalten oder die Zähne zusammenpressen.

Schlafbruxismus geschieht dagegen während des Schlafes und wird deshalb häufig erst spät bemerkt. Manchmal macht der Partner auf nächtliches Knirschen aufmerksam. Manchmal sind es Beschwerden am nächsten Morgen, die den ersten Hinweis geben.

Der Kiefer arbeitet – und der Rest des Körpers arbeitet mit

Unsere Kaumuskulatur kann enorme Kräfte entwickeln. Wird sie immer wieder stark angespannt, kann sich das nicht nur unmittelbar am Kiefer bemerkbar machen.

Mögliche Beschwerden sind unter anderem:

  • verspannte oder schmerzende Kaumuskulatur
  • Druckgefühl im Kiefer
  • empfindliche oder stärker abgenutzte Zähne
  • Kopfschmerzen, besonders im Bereich der Schläfen
  • Verspannungen von Nacken und Schultern
  • Beschwerden im Bereich des Kiefergelenks
  • eingeschränkte oder unangenehme Kieferbewegungen

Gerade Kiefer, Kopf, Nacken und Schultergürtel sollten deshalb nicht vollkommen isoliert voneinander betrachtet werden.

Warum knirschen oder pressen Menschen?

Bruxismus kann unterschiedliche Ursachen und Einflussfaktoren haben. Stress und psychische Anspannung können eine Rolle spielen, insbesondere beim Wachbruxismus. Auch Schlafregulation, bestimmte Medikamente oder andere körperliche Faktoren können beteiligt sein.

Deshalb gefällt mir die einfache Erklärung „Du knirschst, weil du zu viel Stress hast“ nicht.

Der Mensch ist komplexer.

Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen:

Wann presse ich eigentlich meine Zähne zusammen?

Beim Autofahren?

Bei konzentrierter Arbeit?

Wenn ich mich ärgere?

Wenn ich etwas hinunterschlucke, was ich eigentlich gerne sagen würde?

Oder in Situationen, in denen ich das Gefühl habe, funktionieren zu müssen?

Allein diese Beobachtung kann spannend sein.

„Zähne zusammenbeißen und durch.“

Unsere Sprache kennt erstaunlich viele Redewendungen rund um den Kiefer:

„Beiß die Zähne zusammen.“

„Da muss ich mich durchbeißen.“

„Ich musste die Zähne zusammenbeißen und weitermachen.“

Und genau hier beginnt für mich die ganzheitliche Betrachtung.

Nicht als medizinische Diagnose und auch nicht als Behauptung, jede Form von Bruxismus habe eine psychische Ursache.

Sondern als Einladung, sich selbst eine Frage zu stellen:

Was halte ich eigentlich gerade fest?

Vielleicht gibt es Situationen, in denen wir äußerlich ruhig bleiben, während innerlich längst Spannung entstanden ist.

Wir sagen nichts.

Wir funktionieren.

Wir schlucken Ärger herunter.

Wir halten durch.

Wir wollen niemanden enttäuschen.

Wir erlauben uns keine Schwäche.

Und irgendwann sitzt man da – mit hochgezogenen Schultern und festem Kiefer.

Der Körper macht sichtbar, wie viel Spannung gerade vorhanden ist.

Der Kiefer und unser Nervensystem

Wenn wir unter Anspannung stehen, verändert sich häufig unsere gesamte Körperhaltung. Die Atmung wird flacher, Schultern ziehen nach oben, Muskeln spannen sich an.

Auch der Kiefer kann Teil dieses Spannungsmusters sein.

Deshalb kann es sinnvoll sein, bei Bruxismus nicht ausschließlich auf den Mund zu schauen, sondern auch auf Schlaf, Stressregulation, Atmung, Nacken, Schultern und alltägliche Anspannungsmuster.

Manchmal beginnt Entspannung tatsächlich mit einer winzigen Beobachtung:

Berühren sich meine Zähne gerade überhaupt unnötig?

In einer entspannten Ruheposition liegen die Zahnreihen normalerweise nicht dauerhaft fest aufeinander.

Ein bewusstes Lockerlassen des Unterkiefers kann deshalb zu einer kleinen Erinnerung im Alltag werden:

Ich muss gerade nichts festhalten.

Und was sagt die Seele?

In einer psychosomatischen oder spirituellen Betrachtungsweise könnte man Bruxismus symbolisch mit Themen wie Festhalten, unterdrückter Wut, Kontrolle, Durchhalten oder unausgesprochenen Bedürfnissen verbinden.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass solche Themen Bruxismus medizinisch erklären.

Aber manchmal öffnet eine symbolische Betrachtung eine interessante Tür.

Vielleicht darf die Frage deshalb nicht nur heißen:

„Wie bekomme ich meinen Kiefer locker?“

Sondern auch:

„Was lässt mich überhaupt so fest werden?“

Wo überschreite ich meine eigenen Grenzen?

Wo sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?

Wo versuche ich, etwas auszuhalten, das mir eigentlich längst zu viel ist?

Wo glaube ich noch immer, stark sein zu müssen?

Und wo dürfte ich endlich einmal loslassen?

Behandlung bedeutet mehr als Entspannung

Bei Beschwerden sollte Bruxismus zahnärztlich beziehungsweise medizinisch abgeklärt werden. Je nach Situation können beispielsweise Zahnschienen zum Schutz der Zähne, physiotherapeutische Maßnahmen oder weitere Behandlungsansätze sinnvoll sein.

Bei anhaltenden Schmerzen, Schäden an den Zähnen oder Problemen mit dem Kiefergelenk sollte man sich nicht ausschließlich auf Entspannungsmethoden verlassen.

Begleitend können – abhängig vom individuellen Befund – Entspannung, Körperarbeit, Stressregulation und ein bewussterer Umgang mit eigenen Spannungsmustern hilfreich sein.

Gerade die Verbindung von Kiefer, Gesicht, Nacken und Schultern finde ich dabei besonders interessant.

Denn manchmal behandeln wir jahrelang die Stelle, die schmerzt – und vergessen zu fragen, wo die Spannung eigentlich beginnt.

Eine kleine Übung für zwischendurch

Halte für einen Moment inne.

Lass deine Schultern sinken.

Lege die Zunge entspannt ab.

Löse die Zahnreihen voneinander.

Lass den Unterkiefer schwer werden.

Atme langsam aus.

Und dann frage dich:

Was habe ich gerade festgehalten?

Vielleicht lautet die Antwort: nichts.

Vielleicht bemerkst du aber auch plötzlich, dass dein Körper bereits seit Stunden versucht, mit einer Situation umzugehen, die dein Kopf längst als „nicht so schlimm“ abgehakt hat.

Du musst nicht immer die Zähne zusammenbeißen

Vielleicht ist genau das die schönste Botschaft hinter diesem Thema.

Wir haben gelernt, durchzuhalten.

Weiterzumachen.

Stark zu sein.

Uns durchzubeißen.

Aber Stärke bedeutet nicht ausschließlich, immer noch ein bisschen mehr auszuhalten.

Manchmal besteht Stärke darin, den eigenen Körper ernst zu nehmen.

Die Schultern sinken zu lassen.

Den Kiefer zu lösen.

Eine Grenze auszusprechen.

Etwas abzugeben.

Oder sich einzugestehen:

Es ist genug.

Denn vielleicht möchte dein Körper nicht, dass du dich noch stärker zusammenreißt.

Vielleicht möchte er einfach nur, dass du endlich wieder loslässt.

Praxis Seelenbalsam

Körper und Seele sprechen miteinander. Manchmal müssen wir nur wieder lernen, zuzuhören.

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